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Fasten

Fasten

Als Fasten gilt der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung über einen begrenzten Zeitraum hinweg. Das Fasten in jeglicher Form besitzt eine weit zurückreichende Historie und Tradition. In vielen Kulturen gehörte eine Fastenzeit zur gängigen Praxis in bestimmten Jahreszeiten oder in Verbindung mit Festen. Nicht selten waren zudem bestimmte Rituale ein Teil des Fastenprozesses. Somit ist der Ursprung des bewussten Fastens religiöser Natur. Diesen Aspekt greifen moderne Trends inzwischen vielfach wieder auf, setzen dies jedoch eher in einen weltlichen Kontext.

Beim Fasten geht es primär nicht um eine Gewichtsreduktion.

Evolutionär gesehen, waren Fastenperioden durch knappes Nahrungsangebot alltäglich. Aus diesem Grund wissen wir heute, dass der Fastenmechanismus genetisch festgelegt ist. Die Körperzellen aktivieren auf Grund dieses genetischen Codes eine Schutzfunktion – es kommt innerhalb von kurzer Zeit zu einer veränderten Genexpression.

Das heißt, der menschliche Organismus kommt mit Fastenperioden weitaus besser zurecht als mit dem übermäßigen Angebot an Nahrung. Wie man an der Zunahme an chron. Erkrankungen, bösartigen Neubildungen und psychischen Beschwerden erkennen kann.

Diese Tatsache macht man sich beispielsweise bei einer Chemotherapie zunutze, da entartete Zellen diese veränderte Genexpression nicht haben. Das heißt- eine Fastenperiode vor der Chemotherapie schützt gesunde Zellen, somit sind die Nebenwirkungen deutlich vermindert- entartete Zellen werden von der Chemotherapie trotzdem angegriffen, weil ihnen die gen. Schutzfunktion fehlt.

Welche Formen von Fasten gibt es?

  • Wasserfasten
  • Heilfasten
  • Intervallfasten
  • Intermittierendes Fasten
  • Basenfasten (Langzeitfasten)

Was passiert im Körper beim Heilfasten?

Das passiert beim Fasten in unserem Stoffwechsel

In den ersten 6-24 Stunden kommt es durch die Nahrungskarenz zu einer Veränderung der hormonellen und neuroendokrinen Substanzen. Das führt zu einem Anstieg der Stresshormone, wie z.B Noradrenalin, dadurch steigt der Energieverbrauch leicht an. Der Insulinspiegel beginnt zu sinken und der Körper braucht seine Kohlenhydratspeicher in der Leber auf. Durch den verminderten Insulinspiegel werden die Insulinrezeptoren an den Zellwänden wieder empfindlicher, das heißt wir benötigen weniger Insulin um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Eine Erholung der Bauchspeicheldrüse setzt ein.  Die Histaminausschüttung sinkt dramatisch, dieser Effekt macht sich v.a. bei Asthmatikern stark bemerkbar, da eine Spasmolyse der Bronchien einsetzt. Das Schmerzempfinden sinkt.  Es wird stark entwässert, wodurch es bereits zu einem leichten Absinken des Blutdrucks kommen kann.

Nach 1-3 Tagen wenn die Glucosespeicher erschöpft sind, schaltet der Körper in den Ketose- oder Fastenstoffwechsel. Dabei werden Ketonkörper aus Fettsäuren gebildet, die zur Energiegewinnung genutzt werden. Somit bezieht der Körper seine Energie nicht mehr aus Kohlenhydratverbindungen, sondern über die Fettdepots- allen voran dem viszeralen Fett im Bauchraum, welches tatsächlich gefährlich werden kann. Dieses Fett produziert entzündungsfördernde Stoffe und kann Stoffwechselprobleme auslösen. 

Die Ketonkörper üben vor allem eine Schutzfunktion auf Gehirn und Nervenzellen aus.

Auch bereits bei neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose sind Ketone offenbar bessere Energielieferanten als Zucker. So wie es aussieht, entstehen bei der Verstoffwechselung der Ketone weniger freie Radikale und andere aggressive Substanzen. Zudem wird vermutet, dass Ketone entzündliche Prozesse lindern.

Des Weiteren aktivieren Ketonkörper unsere Kraftwerke in den Zellen – die Mitochondrien und es kommt sogar zu einer vermehrten Bildung eben dieser – eine Verjüngung setzt ein, wir haben ein deutlich höheres Energielevel.  
Die Fettverbrennung wird stark angekurbelt, da die Energie fast vollständig durch Fettsäuren und Ketone bereitgestellt wird. Als Folge sinken Cholesterin und Triglyceridspiegel.

Ein weiterer wichtiger Faktor beim Fasten ist das Einsetzen von Reparatur- und Reinigungsvorgängen in und zwischen den Zellen, die sogenannte Autophagie – Selbstverdauung, diese setzt nach etwa 16 Stunden ein.

In sämtlichen Körperzellen kommt es während unseres Lebens zu Mikroablagerungen, die sich aus deformierten Proteinen, beschädigten Zellbestandteilen und ganzen Zellfragmenten  zusammensetzen. Diese Ablagerungen werden im Prozess der Autophagie abgebaut, recycelt und zur Energieproduktion herangezogen. Diese tiefgreifende Reinigung ermöglicht eine verbesserte Versorgung der Zellen mit allen notwendigen Nährstoffen und somit die reibungslose Funktionsweise der Zellen.

Auch für die Bekämpfung von Bakterien- und Virenbefall ist der Prozess der Zellreinigung wesentlich. Täglicher Nahrungsverzicht über eine längere Zeit wirkt hier förderlich auf unser Immunsystem, ständiges Essen kontraproduktiv.

Für die Entdeckung der Autophagie wurde der japanische Zellbiologe Yoshinori Ōsumi 2016 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Ab Tag 4 befinden wir uns im Entspannungsmodus und wir bekommen unser Wohlfühlhormon Serotonin so richtig zu spüren. Gleichzeitig erneuert sich unser Darm-Mikrobiom: Die schädlichen Bakterien werden geschwächt, während die nützlichen an Diversität und Stressresistenz zunehmen.
Ein erhöhter Somatotropin-Spiegel sorgt dafür, dass die Muskelmasse erhalten bleibt. Das Noradrenalin hält weiterhin die Stoffwechselrate stabil. Blutzucker und Insulin sind auf einem gesunden, niedrigen Niveau. Außerdem sinken Entzündungsparameter und Blutdruck immer weiter. Die Blutfettwerte verbessern sich signifikant.

Auswirkungen auf die Psyche

Mehrtägiges Fasten hat eine starke Wirkung auf unsere Psyche. Die Effekte finden sowohl auf biochemischer als auch auf mentaler Ebene statt. Etwa am 4. Fastentag schaltet unser vegetatives Nervensystem in den Entspannungsmodus und Serotonin (unser zentrales Wohlfühlhormon) wirkt verstärkt. Endorphine (Glückshormone) und Endocannabinoide (cannabisähnliche Stoffe) werden vermehrt ausgeschüttet. All das fühlt sich richtig gut an und man ist im Einklang mit sich selbst und seinem Körper. Teilweise kommt es sogar zu regelrechten Euphorie-Schüben, die als Fasten-High bekannt sind. Ein solcher Gemütszustand wirkt äußerst motivierend und kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern.

Auf rein mentaler Ebene wird eine Fastenkur häufig als lebensbejahende Veränderung empfunden, quasi als Neustart, aus dem man sowohl körperlich als auch seelisch gestärkt hervorgeht. Man macht schließlich die Erfahrung, selbst etwas für die Gesundheit tun zu können. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit stärkt die Selbstdisziplin und das Selbstbewusstsein, auch andere Herausforderungen des Lebens motiviert anzupacken. Fasten ist ein Erfolgserlebnis und ein mächtiger Impuls dafür, den eigenen Lebens- und Ernährungsstil gesundheitsbewusster auszurichten.

Insulinspiegel

Wenn man auf Dauer zu häufig und zu viel isst, kann sich der Insulinspiegel nicht mehr richtig absenken, er bleibt zu lange zu weit oben. Das bringt so einige Probleme mit sich. Der konstant erhöhte Insulinspiegel hemmt zum Beispiel wie schon erwähnt die Autophagie, den Selbstreinigungsprozess unserer Zellen, und fördert die Speicherung von Nährstoffen als Körperfett. Nur in Phasen eines niedrigen Insulinspiegels ist Abnehmen möglich, denn dann können Reserven und Einlagerungen abgebaut werden.

Fasten heilt den Darm

Mittlerweile ist dies nicht mehr „nur“ Erfahrungsmedizin, sondern auch wissenschaftlich bestätigt. Fasten hilft dem Darm sich zu regenerieren und wirkt sich günstig auf die Zusammensetzung des Mikrobioms aus.

Wir wissen heute, dass der Boden vieler Erkrankungen eine ungünstig veränderte Darmflora ist.

Durch längere Essenspausen werden in erster Linie die schädlichen Bakterien ausgehungert. Die nützlichen nehmen hingegen an Diversität zu und werden durch das Fasten auch resistenter gegen Stress. Dieser Effekt des Fastens auf unsere Darmsituation ist eine der Ursachen, warum das Fasten so viele gesundheitliche Probleme lindert bzw. zum Verschwinden bringt.

Fasten stärkt die Widerstandskraft

Wenn wir fasten, hat unser Körper kurzzeitig Stress. Das klingt im ersten Moment nicht sehr vorteilhaft, ist aber mit ein Grund, warum das Fasten so heilsam wirkt. Positiv wirkender, kurzzeitiger Stress wird Eustress genannt, im Gegensatz zu dauerhaftem Stress, dem negativ wirkenden Distress. Auch Sport ist wie das Fasten ein solch positiv wirkender Stressreiz.

Eustress bewirkt, dass unser Körper widerstandsfähiger wird und sich besser gegen schädigende Einflüsse schützen kann. Er ist wie ein Training, das die Zellfunktionen verbessert und zugleich Gene aktiviert, die für Zellschutz und Reparatur zuständig sind. Dieser fasten- (und sport-) bedingte Stress fördert die Regeneration und Neubildung der Mitochondrien, jener Zellbestandteile, die für die Energiegewinnung zuständig sind. Darüber hinaus regt der Stressreiz die Bildung von Stammzellen an. Diese sind für die Vitalität der Organe und die Zellfunktionen von größter Bedeutung.

Zusammenfassung

Heilfasten kann viele positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele haben. Die Altersforschung bestätigt z.B. eine längere Lebenserwartung und Anti-Aging-Effekte durch das Heilfasten .

    „Altersforscher sind ein zerstrittener Haufen, aber sie sind sich in einer Sache einig: Fasten oder Kalorienreduktion im Allgemeinen verlängert die Lebensspanne und zwar in allen Organismen – überall auf der Welt.“ – Prof. Dr. Frank Madeo, Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens Universität Graz

 Entgiftung: Der Körper wird von Giftstoffen und zellulärem Müll befreit (vgl. Autophagie)

Stoffwechselaktivierung: Der Stoffwechsel kann sich neu ausrichten und effizienter arbeiten.

Es kommt zur Zellverjüngung. Entzündungsmediatoren werden reduziert.

Selbstheilungskräfte: Der Körper aktiviert seine Selbstheilungskräfte. Das Immunsystem wird erneuert und aktiviert.

Darmsanierung: Es kommt zur Verbesserung des Mikrobioms.

Steigerung des Wohlbefindens: Es kommt zu einem gesteigerten Energielevel und einer positiven Stimmungslage.

Mögliche Gewichtsabnahme: Heilfasten kann der Anstoß und Einstieg in eine  Ernährungsumstellung darstellen.

Fastenkrise

Der Begriff „Fastenkrise“ wird oft generell für alle Beschwerden beim Fasten verwendet, oder aber ganz speziell für die seelischen Krisen. Ich verwende den Begriff hier generell für alles, was sich nach Krise beim Fasten anfühlt:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Kreislaufprobleme
  • Heißhungerattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit
  • Schlafprobleme
  • Übelkeit
  • Hautunreinheiten
  • Abgeschlagenheit

Die Ursache einer Fastenkrise

Beim Fasten muss der Körper eine Umstellung seines Stoffwechsels auf „Selbstversorgung“ vornehmen und dies geht nicht immer beschwerdefrei vonstatten. Der Fastenstoffwechsel ist ein in unseren Genen gespeichertes Programm, das unseren Körper befähigt, die Energie aus den eigenen Fettzellen zu beziehen. Jeder Mensch hat also die Software zum Fasten an Bord. Die radikale Aktivierung des Programms beim Fastenbeginn kann allerdings zu Beschwerden in den ersten Tagen führen.

Außerdem werden beim Fasten Abbauprodukte, Stoffwechselzwischen- und -endprodukte sowie Umweltgifte, die sich im Laufe der Zeit im Körper angesammelt haben, mobilisiert und zur Ausscheidung gebracht – über Haut, Lunge, Darm, Leber, Nieren usw. Auf ihrem Weg nach draußen können diese Ausscheidungsprodukte noch die eine oder andere unangenehme Beschwerde verursachen.

Vorbeugung einer Fastenkrise

Man kann die Symptome abfangen, indem man sich bereits eine Woche vor Fastenbeginn vegan und vorzugsweise basisch ernährt, auf biologische Lebensmittel achtet, viel spazieren geht, viel Wasser (2-3 Liter/Tag) und keinen Alkohol mehr trinkt. Reduzieren Sie auch Ihren Koffeinkonsum während dieser Vorbereitungswoche. Trinken Sie jeden Tag etwas weniger Kaffee, sodass am ersten Entlastungstag kein Kaffee mehr nötig ist. Bei abruptem Absetzen des Kaffees kann es zu unangenehmen Koffein-Entzugserscheinungen kommen – meist sind das starke Kopfschmerzen.

Spezielle Fastentees oder Extrakte aus Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn unterstützen die Entgiftungsarbeit der Leber und können schon eine Woche vor Fastenbeginn eingenommen werden. Man kann auch jeden 2. Tag abends ein Basenbad bzw. Basenfußbad nehmen: Einfach ein Basensalz aus dem Reformhaus (oder Natron) in das Badewasser geben und bis zu 40 Minuten darin baden.

Auch Stressreduktion ist bei einer Fastenkrise sehr anzuraten. Bei all diesen Maßnahmen geht es darum, bereits vor Fastenbeginn eine Übersäuerung abzubauen, dann werden eventuelle unangenehme Symptome beim Fasten stark reduziert bzw. bleiben sogar aus. Ein bis zwei Entlastungstage sollten dem Fasten auf jeden Fall vorausgehen.

Indikationen

Stoffwechselerkrankungen:

  • Metabolisches Syndrom
  • DM Typ II
  • Fettstoffwechselstörung
  • Fettleber
  • Gicht
  • Übergewicht

Herz -Kreislauferkrankungen:

  • Bluthochdruck
  • Arterielle oder venöse Durchblutungsstörung
  • Glaukom

Verdauungsstörungen:

  • Obstipation
  • Reizdarm
  • Chron. Darmentzündungen

Krankheiten der Haut:

  • Schuppenflechte
  • Akne
  • Neurodermitis

Erkrankungen des Bewegungsapparates:

  • Gelenk – und Weichteilrheuma
  • Arthrose, Arthritis

Erkrankungen der Atemwege:

  • Bronchialasthma
  • Heuschnupfen
  • Chron NNH Entzündungen

Allergien aller Art

Erschöpfungszustände und psychosomatischen Störungen

Depressive Verstimmung

Wechseljahrsbeschwerden

Migräne

Nebenwirkungsreduzierung bei laufender Chemotherapie

Kontraindikationen

  1. Weit fortgeschrittene Herzerkrankung
  2. TBC
  3. Dialysepatienten
  4. Hepatitis
  5. Essstörung
  6. Schwangerschaft und Stillzeit
  7. Noch nicht ausgewachsen
  8. Stark untergewichtig
  9. Beginnender Infekt

Umgang mit Medikamenten und Nahrungsmittelergänzungen

Ärztlich verordnete Medikamente dürfen nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Es kann zu einem veränderten Bedarf von Medikamenten kommen, der mit dem behandelten Arzt ermittelt werden sollte.

Nahrungsmittelergänzungen werden in der Fastenzeit pausiert.

Autor: Christian Stampfer