Osteopathie, TCM, Akupunktur Klangtherapie, Kinder- und
Schwangerenbehandlung
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Die Traditionelle chinesische Medizin (kurz: TCM) ist die älteste und berühmteste ganzheitliche Heilkunst der Welt. Sie ist die Königsdisziplin der asiatischen Heilkünste, durch die sie sinnvoll erweitert wird, darunter sind Akupunktur, Heilmassage, Ernährungs- und Bewegungslehren.
Woraus besteht die chinesische Arzneimitteltherapie? Wie wirkt sie? Für wen kommt sie in Frage? Und: Kann man Sie ergänzend zu einer medikamentösen Therapie durchführen? Welche Risiken gibt es? Wie arbeitet ein Arzt der TCM? Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.
Woraus besteht die chinesische Arzneimitteltherapie?
Die TCM kennt tausende Arzneimittel aus der Apotheke der Natur, dabei handelt es sich überwiegend um Bestandteile von Heil- und Gewürzpflanzen (Wurzeln, Rinde, Früchte, Samen und Blätter), zu einem kleineren Teil um mineralische und tierische Substanzen. Letztere haben der TCM einen schlechten Ruf eingebracht, zu Unrecht, wie wir später noch sehen werden. Die Kombination von Einzelsubstanzen in seit Jahrtausenden bewährten Rezepturen ist der Grund, warum die TCM der heimischen Pflanzenheilkunde überlegen ist. Im Gegensatz zur Behandlung mit einem einzigen Wirkstoff wird durch die Mischung vieler Stoffe ein dreidimensionales Wirkgefüge erstellt, daß die komplexen Wechselwirkungen im Körper berücksichtigt. Arzneimittelnebenwirkungen werden so ausgeglichen, Heilwirkungen auf mehreren Ebenen erreicht.
Die Auswahl der passenden Rezeptur erfolgt nach einer präzisen Diagnose des Erkrankungsmusters, und kann an den Körperbau und die persönlichen Bedürfnissse angepaßt werden zum Vorteil des Patienten. Ein Mittel gegen Husten unterscheidet sich z.B. je nachdem ob Fieber, Durchfall oder Verstopfung oder andere Begleit-Symptome vorliegen, ob es sich um ein Kind, einen Erwachsenen oder alten Menschen handelt.
Wie wirken die Arzneimittel?
Nicht wenige moderne Medikamente werden oder wurden aus chinesischen Heilpflanzen hergestellt, darunter sind zB.bekannte Mittel gegen Grippe oder Malaria. Vielfältige pharmakologische Wirkungen wurden nachgewiesen. Während die westliche Medizin zumeist mit einzelnen Wirkstoffen behandelt, sind selbst in den einzelnen Bestandteilen einer einzigen Arzneipflanze oft hunderte, pharmakologisch wirksame Substanzen enthalten. Diese führen oft dazu, daß eine sanftere Gesamtwirkung zustande kommt.
Ein Beispiel: Der Wirkstoff Salicylat im Aspirin, eines der erfolgreichsten Medikamente dieses Jahrhunderts, wurde ursprünglich aus Weidenrinde hergestellt. Diese kann selbst in hohen Dosen als Tee eingenommen werden, ohne daß es zu schweren Nebenwirkungen kommt. Aspirin jedoch kann bei bestimmten Menschen Asthma oder gefährliche Magenblutungen auslösen.
Durch die regelmäßige Einnahme der Arzneimischungen und begleitende Maßnahmen wie eine bewußte Ernährung und Lebensführung wird angestrebt, den Körper von schädlichen Stoffen (Abfallstoffe des Stoffwechsels, Umweltgifte und krankmachende Erreger) zu befreien, die Funktion der Organe zu verbessern und Gewebe zu nähren. Die ganzheitliche Sicht der TCM ermöglicht es auch, die Kommunikation zwischen einzelnen Organen zu verstehen und zu verbessern. Dies entspricht dem gegenwärtigen Informations-Zeitalter, während der westlichen Medizin oft vorgeworfen wird, nach der veralteten Weltsicht des mechanischen Zeitalters zu denken und zu behandeln.. In der TCM werden Geist, Seele und Körper nicht als getrennt betrachtet. Die Persönlichkeit, das Gespür und Einfühlungsvermögen des behandelnden Arztes spielen eine wichtige Rolle in der TCM.
Für wen kommt eine Behandlung mit der TCM in Frage?
Die Stärke der TCM liegt eindeutig im Bereich der Vorbeugung und rechtzeitigen Abwendung von schweren Krankheiten. Krebs, Rheuma, Übergewicht, hoher Blutdruck und Diabetes beispielsweise sind nicht der Schwerpunkt der TCM, doch kann sich eine zur westlichen Medizin ergänzende Behandlung auch hier als sehr hilfreich erweisen.
Besonders gute Ergebnisse erreicht die TCM meistens bei akuten und chronischen Entzündungen, bei hormonellen Störungen und Frauenleiden, bei Verdauungsstörungen, bei schwacher Organfunktion, weiters auch bei Nerven- und Hautleiden. Die Behandlung erstreckt sich je nach Erkrankung und Verlauf über wenige Wochen bis zu vielen Monaten, selten auch Jahren. Kinder und ältere Menschen reagieren oft besonders rasch und dankbar auf die Behandlung. Auch Schwangere, ja sogar Tiere werden mit der TCM seit Jahrtausenden behandelt.
Gibt es Risiken bei einer Behandlung mit der TCM?
Bei sachgerechter Anwendung ergeben sich keine gesundheitliche Risiken. In Österreich dürfen nur solche Arzneimittel in Verkehr gebracht werden, die den Bestimmungen des Artenschutzes unterliegen, und deren Wirkstoffe bzw.Schadstoffe regelmäßig geprüft werden. Nebenwirkungen können bei jeder Art von unsachgemäßer Behandlung auftreten, selbst bei der Einnahme bestimmter Nahrungsmittel. Auch ein zuviel an Salz, das wir mit beinahe jeder Mahlzeit einnehmen, kann potentiell tödlich sein. Manchmal sind Nebenwirkungen gewollt und als Teil der Wirkung zu betrachten, zB. wenn durch Abführen Durchfall entsteht. Bleibende Schäden durch TCM sind bislang nur im Ausland und nur durch bewußte, kriminelle Absicht zustandegekommen (etwa in einer Abnehmklinik in Belgien).
Wie arbeitet ein TCM-Arzt?
Er nimmt sich Zeit für ein ausführliches Gespräch, in dem er die Ursachen der Krankheit und den Zustand des Patienten zu verstehen sucht. Er fühlt den Puls, und erkennt an dessen Qualität viele Feinheiten, die dem gewöhnlichen Mediziner verborgen bleiben. Er vertraut auf seine Sinne, sein Wissen, seine Erfahrung und Intuition. Und er bezieht Befunde und Diagnosen der westlichen Medizin in seine Behandlung mit ein. Dabei kooperiert er in den meisten Fällen mit Vertretern der westlichen Medizin. Er stellt aber niemals die Diagnose über den Menschen oder den Befund über das Befinden seines Patienten. Er handelt ehrlich und verantwortlich.
TCM – quo vadis?
In Asien existieren TCM und die westliche Medizin in einem friedlichen Nebeneinander, man hat erkannt, daß ein Sowohl-als-auch vorteilhafter ist als ein Entweder-oder-Denken. Die Menschen asiatischer Volksgruppen sind weltweit von größter Robustheit und Langlebigkeit. In den letzten zehn Jahren hat die TCM auch in Österreich eine nie gekannte Beliebtheit und Verbreitung erfahren. Es gibt bereits ein eigenes Ärztekammerdiplom und Universitäts-Lehrgänge. Es ist jedoch notwendig, daß die Qualität nicht durch die Quantität leidet. Weiters ist zu hoffen, daß unser Gesundheitssystem (speziell die Krankenkassen) den Wert der Vorbeugung rechtzeitig erkennen und mithelfen, die TCM auch weitläufig verfügbar zu machen. Denn wie die Chinesen sagen: „Wer erst zum Arzt geht, wenn er krank ist, gleicht dem, der einen Brunnen zu graben beginnt, wenn er Durst hat.“
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FRAGEN & ANTWORTEN ZUR TRADITIONELLEN CHINESISCHEN ARZNEIMITTEL-THERAPIE